„Flexible 35-Stunden-Woche überfällig"
Der Chef der IG- Metall in NRW, Oliver Burkhard hat erklärt, die IG-Metall könne sich eine flexible 35-Stunden-Woche vorstellen. Man müsse junge Mitarbeiter künftig die Möglichkeit geben, mehr zu arbeiten als 35 Stunden, sie später dafür aber stärker entlasten.
In einigen Branchen wie Stahl und Metall besteht die 35-Stunden-Regelung noch.
In der Chemie dagegen nutzen Firmen einen Arbeitszeit-Korridor zwischen 35 und 40 Stunden.
Auch in den meisten anderen Branchen wird länger gearbeitet: dies sind im Schnitt 37,4 Stunden wöchentlich, wie eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung in 25 westdeutschen tarifgebundenen Branchen ergab. Die Tendenz ist steigend.
„In einer Zeit, in der viele Ingenieure fehlen, ist es nicht angebracht, nur 35 Stunden wöchentlich zu arbeiten", lobte der Chef der Metall-Arbeitgeber in NRW, Horst-Werner Maier-Hunke, den Vorstoß des IG-Metall Chefs Oliver Burkhard. „Vielleicht brauche man mit dieser Lösung auch keine Altersteilzeit mehr." Wenn junge Mitarbeiter mehr arbeiteten und man älteren Mitarbeitern dadurch stärker Entlastungen bieten könnte, könnten diese möglicherweise auch bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters arbeiten, so Maier-Hunke.
Die IG-Metall fordert, die Frührente in der Metall- und Elektrobranche allen Beschäftigten anzubieten, auch wenn die staatliche Förderung des Modells ausläuft. Die Arbeitgeber lehnen dies bisher ab.
Bei der Gewerkschaft Ver.di gehört die Arbeitszeit zu den tarifpolitischen Dauerthemen. „Vor allem, um den vielen Frauen unter den Mitgliedern entgegenzukommen, versuchen wir, familienfreundliche Arbeitszeiten zu erreichen", sagte Landeschefin Gabriele Schmidt. In der Öffentlichkeit ließe sich das Thema schwer vermitteln, deshalb sei ver.di an einer Debatte vor den nächsten Tarifverhandlungen interessiert. Dann will Ver.di fordern, dass die Arbeitszeit der Beamten im Öffentlichen Dienst der Länder von derzeit 41 auf 39 Stunden gesenkt wird.